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Bürgerdialoge in der Zukunftsschmiede

  • 15. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Mai

Die Teilnehmenden sitzen im Kreis und teilen Ihre Erfahrungen und Wissen zu dem Thema. Im Gegensatz zu gewohnten Gesprächen kommt es im Bürgerdialog nicht zu einer Debatte. Jeder spricht aus seiner eigenen Perspektive und anerkennt und akzeptiert die Sichtweisen der Anderen.


In einem Artikel in dem Fachjournal "Voluntaris" (13/2025, S. 165) beschreibt Otmar Iser das Wesen der Bürgerdialoge mit folgenden Fragen:


"Was entsteht, wenn wir miteinander üben, empathisch zuzuhören und uns einander zu öffnen? Ist es möglich, trotz gegensätzlicher politischer Perspektiven voneinander und miteinander zu lernen? Welche Handlungsoptionen entstehen in uns, wenn wir uns über Möglichkeiten und Potentiale der gegenwärtigen Situation austauschen?

Verändert sich in diesen Dialogen unser Standpunkt nur minimal, so sind wir schon in einem generativen bzw. transformativen Prozess. Verändert sich dadurch das Miteinander und das Wissen in der Dialog-Gruppe, befinden wir uns in einem kollektiven Entwicklungsprozess. Dieser kann dann auf der dritten Ebene, der Gesellschaft, wirksam werden. Bürgerdialoge werden so zu einer Art Lernraum für größere basisdemokratische Prozesse, wie z.B. lokale Bürgerräte".


Wenn Bürgerdialoge so wirken, folgen sie ganz der Vision und Aufgabe der Limus Zukunftsschmiede, Räume für individuellen und kollektiven Wandel zu schaffen.


Regelmäßig lädt ein kleines Vorbereitungsteam Bürger der Region ein, zu einem (kontroversen) Thema ins Gespräch zu kommen. Die Teilnehmenden sitzen im Kreis und teilen Ihre Erfahrungen und Wissen zu dem Thema. Im Gegensatz zu gewohnten Gesprächen kommt es im Bürgerdialog nicht zu einer Debatte. Jeder spricht aus seiner eigenen Perspektive und anerkennt und akzeptiert die Sichtweisen der Anderen. Das Gesagte wird gleichsam in die Kreismitte gelegt, alle Aussagen bleiben unkommentiert nebeneinander stehen. So entsteht eine Art bunter Blumenstrauß an Sichtweisen zu dem Thema.


Die Teilnahme an Bürgerdialogen ist für mich eine emotional aufregende Sache. Mit fällt es nicht leicht, das Hören ganz anderer Meinungen und Einstellungen auszuhalten. Ruhig zu bleiben und die Erfahrungen Anderer anzuerkennen ist eine wichtige Übung für mich. Und damit bin ich automatisch mitten im eigenen Entwicklungsprozess...



Iser, O. (2025): Zuhören und Reden: Bürgerdialog in der Limus Zukunftsschmiede Gotha. In: Voluntaris Jahrgang 13, Heft 2, S.163-170. Nomos, Baden-Baden. DOI: 10.5771/2196-3886-2025-2-163

(kann gern direkt über den Autor angefordert werden)



 
 
 

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