"Sprechen und Zuhören" im Ost-West-Dialog
- 27. Apr.
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Aktualisiert: 28. Apr.

Menschen aus verschiedenen Regionen Hessens machen sich im Frühjahr 2026 auf den Weg in die Zukunftsschmiede in Gotha, um Menschen aus Thüringen zu fragen, „Wie geht es Dir mit den Nachwirkungen eines geteilten und geeinten Deutschlands?“. Sie hören interessiert zu und erzählen von eigenen Erlebnissen und Gefühlen zu dieser Frage.
Inspiriert durch einen Ausstellungsbesuch im Kunstforum Gotha „Vom Zeigen und Beobachten – Zwischen Werbebild und Überwachungsfotografie in der DDR“ kommen zuvor fremde Menschen unterschiedlicher Sozialisation in ein Gespräch über ihre Erfahrungen mit den Folgen des geteilten und "geeinten" Deutschlands. Die Begegnung wird unterstützt durch die Methodik des „Sprechen und Zuhören“, die einen tatsächlichen Dialog und tiefgehenden Erfahrungsaustausch ermöglicht, ohne in eine Diskussion zu geraten.
Diese "Goldkörner" nehme ich aus unserer Begegnung mit:
Menschen, die immer im bundesdeutschen Gebiet gelebt haben, interessieren sich für die Erfahrungen der Menschen im Osten Deutschlands
Menschen haben das Leben in der DDR und die Wende sehr unterschiedlich wahrgenommen, es gibt nicht "die" DDR-Bürger
Es gibt hinsichtlich der Ost-West-Unterschiede sowohl eine Scham der Menschen im Osten, als auch eine Scham der Menschen im Westen Deutschlands. Und es tut allen gut, wenn diese offen gegenseitig ausgesprochen werden kann.
Ich erfahre eine große Wertschätzung, wenn mir die Frage nach meinen persönlichen Erfahrungen und Gefühlen gestellt wird und mir zugehört wird. Ich erlebe das als heilsam für mich.
Ich freue mich, auf weitere Begegnungen und wünsche diese Erfahrungen auch anderen Menschen. Vielleicht wird es bald einen Gegenbesuch von Thüringern in Hessen geben?



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