Handwerk statt Handy: Jugendliche schmieden in der Zukunftsschmiede
Ein Projekt des Gymnasiums Arnoldischule Gotha und der Limus-Zukunftsschmiede im August 2026

Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Wie begeistert man Jugendliche in einer digitalen Welt für das Handwerk?
Mit Hammer, Säge, Feile und Schleifmaschine – und mit einer gemeinschaftlichen Idee: 14 Schüler:innen der Klassen 5 bis 9 des Arnoldi-Gymnasiums haben in Eigenregie vier handwerkliche Projekte entwickelt, die sie in der Werkstatt der Limus-Zukunftsschmiede umsetzen. „Was die Gymnasiasten herstellen, haben sie sich ausgesucht“, sagt Bärbel Benkert, Prozessbegleiterin und Coach bei Limus. Vom Vogelhäuschen über Fußballtore bis zum Holzschwert als Geschenk für den Geschichtslehrer – die Jugendlichen planen, bauen und übernehmen Verantwortung für das, was entsteht.
Doch bei diesem Projekt geht es um mehr als den Umgang mit Werkzeug. Bevor der praktische Teil beginnt, sitzen die Jugendlichen im Kreis und arbeiten mit den Inner Development Goals (IDG): Fähigkeiten und Qualitäten, die für eine nachhaltige Entwicklung entscheidend sind. Fünf davon stehen im Mittelpunkt – Sein, Denken, Beziehung, Zusammenarbeit und Handeln. Zwei Forschungsfragen begleiten die Jugendlichen durch die gesamte handwerkliche Arbeit:
Welche der 25 Fähigkeiten gelingen mir gut – und welche möchte ich weiterentwickeln?
Wie kann mich die Gruppe dabei unterstützen?
Warum ein Handwerk-Projekt mit Jugendlichen?
Handwerk ist mehr als Technik: Es bedeutet, innovative Lösungen zu finden, Fähig- und Fertigkeiten zu lernen und kreativ im Team zu gestalten. Mit den eigenen Händen tätig zu sein, stärkt die Selbstwirksamkeit jedes Jugendlichen – es führt zu Zufriedenheit und ist damit zugleich eine echte Alternative zur ständigen Handynutzung. Die Arbeit ist frei von Leistungsdruck und öffnet so den Weg zu Kreativität und gemeinschaftlichem Handeln.
Das Projekt verbindet dabei mehrere Ebenen:
Nachhaltigkeit – etwa mit Holz als regenerativem Rohstoff und recycelten Materialien
Digitale Planungstools, die das klassische Handwerk ergänzen
Generationenübergreifendes Lernen – Wissenstransfer zwischen Handwerker:innen und Jugendlichen
Persönlichkeitsentwicklung durch IDG-Kompetenzen wie Konfliktlösung, Kommunikation, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein
Die Projekte mit Jugendlichen im Überblick
Folgende Projekte wurden bereits umgesetzt:
Fußballtore für den Schulhof – Planung, Bau und Verantwortung für Pflege und Einsatz
Vogelhäuschen für den Krahnberg-Forst – in Kooperation mit dem Forstamt, inklusive Besuch des Sägewerks und gemeinsamer Installation im Wald
Präsent für einen beliebten Lehrer – ein Holzschild entwerfen, gestalten und bearbeiten
Ab November 2026 läuft die:
Generationenwerkstatt – ein offener Holzworkshop, in dem Generationen voneinander lernen: Schüler:innen z.B. handwerkliche Fähigkeiten, ältere Menschen digitale Tools und gemeinsam: wie Zusammenarbeit durch lebendige zwischenmenschliche Beziehungen gelingt.

Limus: Licht und Humus für Wachstum
Limus – das steht für Licht und Humus, jene Stoffe, die Wachstum besonders fördern. In der Werkstatt der Zukunftsschmiede (ehemals RÖSCH Stahlbau GmbH) finden die Jugendlichen beste Bedingungen vor. „Ich finde es prima, dass wir als Arnoldi-Gymnasium in Limus einen Partner gefunden haben, der uns solche Projektmöglichkeiten eröffnet“, sagt Luisa Wunn, die die Projektwoche als Lehrerin begleitet.
„Wir suchen neue Wege des Miteinanders“, so Bärbel Benkert. „Unsere Zukunftsschmiede bietet Raum, innezuhalten und bewusst einen Kulturwandel zu gestalten. In vielfältigen Lern- und Erfahrungsräumen erforscht und gestaltet die Limus-Community neue Möglichkeiten des Zusammenlebens und -arbeitens.“ Die Schüler:innen sind dabei willkommene Teilhabende.
Regionale Unternehmen profitieren am Ende doppelt: von Auszubildenden mit entwickelten handwerklichen Fähigkeiten – und von jungen Menschen, die soziale Kompetenzen mitbringen, die über das übliche Maß hinausgehen. Denn auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Am besten in der Zukunftsschmiede.






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