Mut zur Wut, Workshop zur Persönlichkeitsentwicklung mit Caroline Winning, ein Erfahrungsbericht
- 30. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Juli
Meine Wut kenne ich kaum. Als kleines (trotziges) Kind habe ich gelernt, dass ich nicht wütend sein darf. Meine Eltern konnten mit meiner Wut nichts anfangen und drohten mir in ihrer Überforderung Strafe an. Ich passte mich an, war nicht mehr wütend und wurde geliebt.
Ohne meine Wut verbiege ich mich allzu oft unter den Anforderungen, die mir von außen (und auch von innen) begegnen. Den inneren Schmerz, gegen meine Werte und Einstellungen zu handeln, hatte ich, wie meine Wut, gut verpackt. Der Verstand hatte die Kontrolle und rechtfertigte mein „liebes“ Verhalten entgegen meiner eigenen Bedürfnisse und Werte.

Mut zur Wut, Workshop zur Persönlichkeitsentwicklung
Mit dieser Erkenntnis kann ich in diesem Workshop zur Persönlichkeitsentwicklung diese Verpflichtung zum „Liebsein“ und meine kindliche Angst vor der Bestrafung feierlich meinen Ahnen, insbesondere meinen Eltern zurückgeben. Ich darf und will heute meine Wut spüren und zeigen und ihre Kraft für meine Entscheidungen und meinen Selbstschutz nutzen.
In verschiedenen kleinen Aufstellungen werde ich in dem Workshop vorsichtig und zärtlich mit meinen Gefühlen in Verbindung gebracht. Ich spüre meine Traurigkeit und meine Einsamkeit. Ich sehe mein kleines Ich, dessen Gefühle nicht gesehen und gespürt werden. Und ich werde mir meines Erwachsenseins bewusst und kann mich nun empathisch meinem kleinen Ich zuwenden. Im Gegensatz zu meinen frühen Kindheitsjahren kann ich mich heute bewusst für die Wahrnehmung meiner Gefühle entscheiden.
Persönlichkeitsentwicklung und Aufstellungsarbeit
Die Aufstellungen lassen mich in geschütztem und wertschätzendem Umfeld soziale Situationen erleben. So erfahre ich nachträglich, wo ich bereits meine Wut erfahren habe, ohne sie zu beachten. Im Erinnern an eine konkrete Situation spüre ein Zusammenziehen der Magengegend, einen Schmerz im Unterleib. Ich spüre meine Wut.
Das gibt mir Hoffnung und Zuversicht. Ich kann meinem Wut-Spüren mehr Raum geben. Ich kann in wütend-machenden Situationen innehalten und nachspüren, welches Bedürfnis gerade nicht erfüllt wird. Dabei wird mir wiederum mein starker Verstand helfen. Aber er wird zukünftig dem Wutgefühl Raum geben, um mich und meine Bedürfnisse besser wertzuschätzen.



Was ich mitnehme aus dem Workshop "Mut zur Wut- Lebe Deine Würde"
Wut- von Anderen mir gegenüber?
Da friere ich ein, Hasenstarre, wirke nach Außen am Ehesten kühl.
Kann nicht viel machen, mache einfach weiter...
Mein Schock verwandelt sich erst in der folgenden Zeit in saftigen Ärger, ich bin fassungslos über so eine Frechheit, Empathielosigkeit, Ungerechtigkeit, die Gedanken drehen sich stundenlang im Kreis, haften an dem, was mir passiert ist. Da sind dann intensive Gefühle da, der Fokus voll drauf, je nachdem auch, wie nah mir die Person ist, welche sich so zu mir verhielt und ob das schon öfter vorkam...
Da kann meine Strategie dann Kontaktabbruch sein.
Oder ich lasse Gras drüber wachsen.
Oder ich…